Sonnenfinsternis über Madeira – eine schmale Sichel über Funchal
Am Abend des 12. August 2026 richtete sich mein Blick vom Miradouro do Pináculo nicht wie sonst auf die Bucht von Funchal, die Küstenlinie und das markante Cabo Girão. Dieses Mal galt meine Aufmerksamkeit ganz und gar der Sonne: Über Madeira war eine partielle Sonnenfinsternis angekündigt.
Die vollständige Sonnenfinsternis verlief weit nördlich von Madeira über Grönland, Island und Teile Spaniens. Auf Madeira schob sich der Mond jedoch so weit vor die Sonne, dass beim Maximum rund 77 Prozent ihrer sichtbaren Fläche bedeckt waren. Übrig blieb eine helle, nach oben geöffnete Sichel – eine Form, die mich im ersten Moment an die Halbmonde auf verschiedenen Länderflaggen erinnerte.
Die vollständige Sonnenfinsternis verlief weit nördlich von Madeira über Grönland, Island und Teile Spaniens. Auf Madeira schob sich der Mond jedoch so weit vor die Sonne, dass beim Maximum rund 77 Prozent ihrer sichtbaren Fläche bedeckt waren. Übrig blieb eine helle, nach oben geöffnete Sichel – eine Form, die mich im ersten Moment an die Halbmonde auf verschiedenen Länderflaggen erinnerte.
Als Standort hatte ich den Miradouro do Pináculo oberhalb von Funchal gewählt. Der Aussichtspunkt liegt im östlichen Teil der Stadt auf ungefähr 283 Metern Höhe und bietet einen weiten Blick über Funchal, den Hafen, die Küste und die Berge im Westen der Insel.
Vom Pináculo aus erscheint Funchal nicht als flache Stadtlandschaft. Die dicht bebauten Hänge steigen hinter der Bucht an, mehrere Höhenzüge staffeln sich hintereinander und in der Ferne bildet das Cabo Girão einen markanten Abschluss. Genau diese räumliche Tiefe wollte ich in das Foto einbeziehen.
Das erwies sich als schwieriger als zunächst gedacht. Beim Maximum der Sonnenfinsternis um etwa 19:45 Uhr - Zeitpunkt der Aufnahme - stand die Sonne laut Berechnung noch rund 13 Grad über dem Horizont. Das klingt zunächst nicht besonders hoch. In einer Landschaftsaufnahme ist der Abstand zwischen Sonne und Horizont jedoch beträchtlich. Um sowohl die Sonnensichel als auch Funchal und die Küstenlandschaft in einem Bild unterzubringen, war ein bewusst gewähltes Hochformat notwendig.
Vom Pináculo aus erscheint Funchal nicht als flache Stadtlandschaft. Die dicht bebauten Hänge steigen hinter der Bucht an, mehrere Höhenzüge staffeln sich hintereinander und in der Ferne bildet das Cabo Girão einen markanten Abschluss. Genau diese räumliche Tiefe wollte ich in das Foto einbeziehen.
Das erwies sich als schwieriger als zunächst gedacht. Beim Maximum der Sonnenfinsternis um etwa 19:45 Uhr - Zeitpunkt der Aufnahme - stand die Sonne laut Berechnung noch rund 13 Grad über dem Horizont. Das klingt zunächst nicht besonders hoch. In einer Landschaftsaufnahme ist der Abstand zwischen Sonne und Horizont jedoch beträchtlich. Um sowohl die Sonnensichel als auch Funchal und die Küstenlandschaft in einem Bild unterzubringen, war ein bewusst gewähltes Hochformat notwendig.
Als die Wolken Teil des Bildes wurden
An diesem noch sehr hellen Abend war der Himmel über Funchal keineswegs wolkenlos. Zeitweise verdeckten unterschiedlich dichte Wolkenschichten die Sonne. Was für die reine Beobachtung zunächst wie ein Nachteil wirkte, wurde für die Fotografie zum entscheidenden Gestaltungselement, auch wenn die anderen rund ein Dutzend Besucher des Miradouro das nicht so genial gefunden haben.
Die Wolken nehmen einen großen Teil des Bildes ein und verbinden die kleine helle Sonnensichel mit der Landschaft. Helle Ränder, dunkle Flächen und feinere Strukturen staffeln den Himmel in mehrere Ebenen. Dadurch entsteht eine Tiefe, die ein vollkommen klarer Himmel nicht geboten hätte.
Unterhalb der Wolkendecke liegt Funchal im gedämpften Abendlicht. Die Sonne spiegelt sich auf einzelnen Flächen der Stadt und auf dem Meer, während die Berge nach Westen zunehmend im Dunst verschwinden. Die Sonnenfinsternis erscheint dadurch nicht als isoliertes astronomisches Ereignis vor schwarzem Hintergrund, sondern als Teil eines ganz konkreten Augenblicks auf Madeira.
Genau das ist für mich der besondere Reiz dieser Aufnahme: Sie zeigt nicht nur, wie die partielle Sonnenfinsternis aussah. Sie zeigt auch, wo und unter welchen Bedingungen sie auf Madeira zu erleben war.
Die Wolken nehmen einen großen Teil des Bildes ein und verbinden die kleine helle Sonnensichel mit der Landschaft. Helle Ränder, dunkle Flächen und feinere Strukturen staffeln den Himmel in mehrere Ebenen. Dadurch entsteht eine Tiefe, die ein vollkommen klarer Himmel nicht geboten hätte.
Unterhalb der Wolkendecke liegt Funchal im gedämpften Abendlicht. Die Sonne spiegelt sich auf einzelnen Flächen der Stadt und auf dem Meer, während die Berge nach Westen zunehmend im Dunst verschwinden. Die Sonnenfinsternis erscheint dadurch nicht als isoliertes astronomisches Ereignis vor schwarzem Hintergrund, sondern als Teil eines ganz konkreten Augenblicks auf Madeira.
Genau das ist für mich der besondere Reiz dieser Aufnahme: Sie zeigt nicht nur, wie die partielle Sonnenfinsternis aussah. Sie zeigt auch, wo und unter welchen Bedingungen sie auf Madeira zu erleben war.
Die fotografische Herausforderung
Für Mondaufnahmen ist meine Nikon P1000 die richtige Kamera, doch für die Sonnenaufnahmen verwendete ich meine Nikon D850 mit einem Telezoom. Die Kombination erlaubte mir, die Sonnensichel deutlich sichtbar abzubilden und gleichzeitig genügend Landschaft in die Komposition einzubeziehen.
Eine kleine Überraschung gab es bei der Fokussierung: Die beste Schärfe lag nicht einfach an der Unendlich-Markierung des Objektivs. Das ist bei modernen Zoomobjektiven nicht ungewöhnlich. Fertigungstoleranzen, Temperatur und die Konstruktion des Fokussiermechanismus können dazu führen, dass die optimale Einstellung etwas von der markierten Position abweicht. Gerade die hohe Auflösung der Nikon D850 macht solche kleinen Unterschiede sichtbar.
Die eigentliche Belichtung war ein Balanceakt. Die Sonnensichel durfte nicht vollständig ausbrennen, gleichzeitig sollten in den Wolken und in der Landschaft noch Strukturen erhalten bleiben. Der niedrige ISO-Wert der D850, eine stark geschlossene Blende und eine sehr kurze Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde halfen dabei. Zusätzlich beeinflussten der Polfilter, der niedrige Sonnenstand und vor allem die Wolken die vorhandene Lichtmenge.
Wolken oder ein Polfilter sind allerdings kein verlässlicher Schutz für Augen und Kamera. Wer eine Sonnenfinsternis beobachtet oder mit längerer Brennweite fotografiert, sollte einen geeigneten Sonnenfilter vor dem Objektiv verwenden und niemals ungeschützt durch einen optischen Sucher in die Sonne blicken!
Eine kleine Überraschung gab es bei der Fokussierung: Die beste Schärfe lag nicht einfach an der Unendlich-Markierung des Objektivs. Das ist bei modernen Zoomobjektiven nicht ungewöhnlich. Fertigungstoleranzen, Temperatur und die Konstruktion des Fokussiermechanismus können dazu führen, dass die optimale Einstellung etwas von der markierten Position abweicht. Gerade die hohe Auflösung der Nikon D850 macht solche kleinen Unterschiede sichtbar.
Die eigentliche Belichtung war ein Balanceakt. Die Sonnensichel durfte nicht vollständig ausbrennen, gleichzeitig sollten in den Wolken und in der Landschaft noch Strukturen erhalten bleiben. Der niedrige ISO-Wert der D850, eine stark geschlossene Blende und eine sehr kurze Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde halfen dabei. Zusätzlich beeinflussten der Polfilter, der niedrige Sonnenstand und vor allem die Wolken die vorhandene Lichtmenge.
Wolken oder ein Polfilter sind allerdings kein verlässlicher Schutz für Augen und Kamera. Wer eine Sonnenfinsternis beobachtet oder mit längerer Brennweite fotografiert, sollte einen geeigneten Sonnenfilter vor dem Objektiv verwenden und niemals ungeschützt durch einen optischen Sucher in die Sonne blicken!
Eine Sonnenfinsternis mit Madeira im Bild
Viele Fotografien einer Sonnenfinsternis zeigen ausschließlich die Sonne und den Mond. Solche Aufnahmen können astronomische Details besonders deutlich wiedergeben. Mich interessierte an diesem Abend jedoch eine andere Perspektive.
Ich wollte die Finsternis als Teil der Landschaft festhalten. Funchal, die Bucht, das Meer, die dicht bebauten Berghänge und das Cabo Girão sollten erkennen lassen, dass dieses Bild auf Madeira entstanden ist. Die kleine Sichel im Himmel erhält dadurch einen geografischen und persönlichen Bezug.
Das Foto ist für mich deshalb zugleich Landschaftsaufnahme, Wetterbild und Dokument eines seltenen astronomischen Ereignisses. Die Wolken machten die Planung zwar schwieriger, gaben dem fertigen Bild aber seine besondere Atmosphäre.
Final ist es dann aufgrund der Wolken mit 1/250 Sekunde, Blende 10 und ISO 64 enstanden - die Wolken haben doch viel an Licht genommen.
Ich wollte die Finsternis als Teil der Landschaft festhalten. Funchal, die Bucht, das Meer, die dicht bebauten Berghänge und das Cabo Girão sollten erkennen lassen, dass dieses Bild auf Madeira entstanden ist. Die kleine Sichel im Himmel erhält dadurch einen geografischen und persönlichen Bezug.
Das Foto ist für mich deshalb zugleich Landschaftsaufnahme, Wetterbild und Dokument eines seltenen astronomischen Ereignisses. Die Wolken machten die Planung zwar schwieriger, gaben dem fertigen Bild aber seine besondere Atmosphäre.
Final ist es dann aufgrund der Wolken mit 1/250 Sekunde, Blende 10 und ISO 64 enstanden - die Wolken haben doch viel an Licht genommen.
Die nächsten Sonnenfinsternisse über Madeira
Schon am 2. August 2027 folgt das nächste außergewöhnliche Ereignis: Von Funchal aus wird die Sonne dann zu mehr als 96 Prozent ihres Durchmessers vom Mond bedeckt. Die Finsternis beginnt am Morgen gegen 08:33 Uhr und erreicht ungefähr um 09:35 Uhr ihr Maximum. Madeira liegt auch dann knapp außerhalb der Totalitätszone, die durch Südspanien und Nordafrika verläuft. Sichtbar bleibt nur eine sehr schmale Sonnensichel.
Noch bemerkenswerter wird der 26. Januar 2028: Madeira liegt dann innerhalb der Zone einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Weil der Mond etwas kleiner als die Sonnenscheibe erscheint, wird um ihn herum ein geschlossener heller Sonnenring sichtbar bleiben. In Funchal beginnt die Ringphase voraussichtlich gegen 16:47 Uhr. Das Maximum wird um etwa 16:50 Uhr erreicht. Fast sieben Minuten lang kann der vollständige Sonnenring zu sehen sein – sofern das Wetter auf Madeira mitspielt.
Spätestens dann werde ich wieder mit meiner Kamera an einem sorgfältig ausgewählten Aussichtspunkt stehen. Und dieses Mal wird ein richtiger Sonnenfilter frühzeitig zur Ausrüstung gehören.
Noch bemerkenswerter wird der 26. Januar 2028: Madeira liegt dann innerhalb der Zone einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Weil der Mond etwas kleiner als die Sonnenscheibe erscheint, wird um ihn herum ein geschlossener heller Sonnenring sichtbar bleiben. In Funchal beginnt die Ringphase voraussichtlich gegen 16:47 Uhr. Das Maximum wird um etwa 16:50 Uhr erreicht. Fast sieben Minuten lang kann der vollständige Sonnenring zu sehen sein – sofern das Wetter auf Madeira mitspielt.
Spätestens dann werde ich wieder mit meiner Kamera an einem sorgfältig ausgewählten Aussichtspunkt stehen. Und dieses Mal wird ein richtiger Sonnenfilter frühzeitig zur Ausrüstung gehören.
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