Espetada - traditioneller Rindfleisch Spieß
Espetada - Fleischspieß über offenem Feuer gegrillt
Die Espetada gehört zu den kulinarischen Identitätsankern Madeiras und ist weit mehr als ein einfaches Fleischgericht, denn sie erzählt viel über die ländliche Geschichte der Insel, ihre Arbeitswelt und ihren unverwechselbaren Geschmack. Ursprünglich stammt die Espetada aus dem Inselinneren, insbesondere aus der Region Câmara de Lobos und den höher gelegenen Gegenden, in denen Viehzucht traditionell eine größere Rolle spielte als an der Küste. Dort wurde Rindfleisch in kräftige Würfel geschnitten und auf lange Spieße aus Lorbeerholz gesteckt, eine Holzart, die auf Madeira allgegenwärtig ist und dem Fleisch beim Grillen ein charakteristisches, leicht würziges Aroma verleiht. Diese Kombination aus regional verfügbarem Fleisch, offenem Feuer und Lorbeerholz war keine Inszenierung für Gäste, sondern eine pragmatische und zugleich raffinierte Art der Zubereitung für Feldarbeiter und Familienfeste.
Das Rindfleisch selbst wird traditionell nur sparsam gewürzt, meist mit grobem Meersalz, Knoblauch und gelegentlich Lorbeerblatt, was den Eigengeschmack des Fleisches in den Vordergrund stellt. In vielen Haushalten wird bewusst auf Marinaden verzichtet, da sie als Verfälschung der ursprünglichen Zubereitung gelten. Gegrillt wird die Espetada über Holz- oder Holzkohlefeuer, wobei der Spieß häufig senkrecht oder leicht schräg über der Glut platziert wird, sodass das Fett langsam abtropfen kann und das Fleisch saftig bleibt. Diese Art des Grillens ist bis heute ein sichtbares Ritual in traditionellen Restaurants, besonders in sogenannten „Espetada-Häusern“, in denen die Spieße teilweise offen im Raum hängen oder direkt am Tisch serviert werden.
Espetada - zusammen mit frischen Pilzen und dem Bolo de Caco am offenen Feuer
Charakteristisch für Madeira ist auch die Art des Servierens. Die Espetada kommt oft noch auf dem Spieß an den Tisch oder wird an speziellen Metallhaken aufgehängt, sodass sich jeder Gast selbst bedient. Begleitet wird sie fast immer von gebratenem Maismehl, dem bekannten Milho Frito, sowie von Bolo do Caco, dem flachen Knoblauchbrot, das auf einer heißen Steinplatte gebacken wird. Diese Beilagen sind nicht zufällig gewählt, sondern spiegeln die bäuerliche Küche der Insel wider, in der sättigende, einfache Zutaten eine zentrale Rolle spielten.
Mit dem wachsenden Tourismus hat sich die Espetada von einem regionalen Alltagsgericht zu einer der bekanntesten Spezialitäten Madeiras entwickelt, ohne dabei ihren authentischen Charakter zu verlieren. Während viele Besucher sie erstmals in Restaurants in Funchal oder Câmara de Lobos probieren, gilt sie bei Einheimischen weiterhin als Gericht für gesellige Runden, Sonntage und Feste. Lokale Medien beschreiben die Espetada häufig als kulinarisches Symbol für Bodenständigkeit und Stolz auf die eigene Herkunft, gerade weil sie nicht modernisiert oder international angepasst wurde, sondern bewusst einfach geblieben ist. Für Reisende wird sie dadurch zu einer echten Begegnung mit der traditionellen Küche Madeiras, bei der Geschmack, Zubereitung und Atmosphäre untrennbar miteinander verbunden sind.
Eines der "Espetada-Häuser", das wir empfehlen können, ist das Restaurant VIOLA in Câmara de Lobos. Unser Taxifahrer Carlos fährt sie gerne dort hin, denn es lieg ein wenig abseits der normalen Strecken im Landesinnern. Die Fotos dieser Seite sind dort entstanden und es wird bald noch eine eigene Seite bei Madeira-Urlaub.de erhalten, da der Services super und das Essen extrem lecker und frisch ist.
